Beschreibung

Was würden Sie tun, wenn Ihnen von jetzt auf gleich die Grundlage für die unternehmerische Tätigkeit entzogen wird? Oliver hat vor allem schnell und besonnen reagiert. Welche Marketing Maßnahmen er eingeleitet hat, um nicht nur das Unternehmen vor dem Aus zu bewahren, sondern zusätzlich mit einer neuen Marke (Rebranding) und einem Wettbewerbsvorteil gestärkt aus einer Krise zurückzukommen, dass habe ich mit ihm in dieser Folge besprochen.

Schlagwörter
Unternehmer Podcast für Internet Marketing
Folge 021 - Rebranding mit Online Marketing
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Erfolgsrezept

Mit E-Mail Marketing Kursteilnehmer & mit Social Media Posts Bewerber gewinnen

InVEST

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Intro

[0:01] Unternehmer-Podcast für Internet-Marketing, Folge 21. 

[0:07] Music. 

[0:14] Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge des Unternehmer-Podcasts. 
Hier ist Jan von Webgefährte. 
Welche Gedanken verbinden Sie beruflich mit der Pandemie? An erster Stelle vermutlich Homeoffice. Als Elternteil gegebenenfalls gleich gefolgt von Homeschooling. Wie fühlt es sich allerdings für Unternehmer an, wenn man dadurch von heute auf morgen eine neue Geschäftsgrundlage aufbauen muss? Letzteres hat mein heutiger Gast, vor eine herausforderungsvolle Aufgabe gestellt. Mit ihm möchte ich die Frage klären, wie sich unternehmerische Resilienz in Marketingmaßnahmen übersetzen lässt, um gestärkt aus einer Notsituation durchzustarten. 

[1:07] Wer darüber hinaus kreative Tipps zum Aufbau einer Brand, zum Vordenken für eine ganze Branche in Klammern Thought Leadership oder Tipps zum Umgang mit unerwarteten Nebenwirkungen von Marketingmaßnahmen mitnehmen mag, dem empfehle ich dran zu bleiben und verspreche viel Erkenntnisgewinn und gute Unterhaltung bei dieser Folge. 

Vorstellung von Oliver

[1:31] Mein heutiger Gast bezeichnet sich selbst als den verrückten Kanarienvogel, der sich in ein Mentoring-Programm zusammen mit erfahrenen Marketern einschreibt, um als Unternehmer mit bzw. von den Besten zu lernen. 
Nein, er ist nicht der klassische Berater, auch kein Marketer. 
Er ist Lehrer, genauer gesagt, er ist Tanzlehrer und Inhaber der Tanzschule hier in München. 
Warum der in Großbuchstaben? Das verrät er uns am besten gleich selbst. 

[2:05] Noch spannender als das Wer allerdings ist seine unternehmerische Geschichte aus der Pandemie für uns hier im Podcast, was ihn zu der Zeit den Tiefschlag versetzt hat, wie er für die alle ungewohnte Situation des Zuhausebleibens als Chance nutzen konnte für seinen Neuanfang Und was wir Unternehmer daraus lernen können, das möchte ich heute im Gespräch mit ihm herausfinden. 
Ein ganz, ganz herzliches Willkommen im virtuellen Podcast-Studio, lieber Oliver Fleidl. 
Hallo Jan, ich freue mich auch hier zu sein. Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst und wir mal hier bei einem Online-Café Gedanken austauschen können. 
Unsere Zuhörer können dich nicht sehen, deswegen mal die Frage, Bist du ein Kind der 60er, 70er oder 80er Jahre? Und was hat dich in diesem Jahrzehnt besonders geprägt? 

[3:03] Ich bin auf jeden Fall leider ein Kind der 80er. Das ist bei Leuten, die tanzen, so ein bisschen schwierig, weil die 80er natürlich geprägt waren von Dirty Dancing. Das war genau die Zeit, in der ich in die Tanzschulen ging. Das ist eigentlich ganz okay. Ansonsten kann ich ehrlicherweise mit der ganzen 80er-Jahre Musik, die man heute als 80er, wenn jetzt irgendwo ein, 80er-Party ist, dann laufe ich drei Paar Schuhe durch, bis ich zum Stehen komme. Aber tatsächlich bin ich natürlich vor allem durch dieses ganze Drumherum und diesen ganzen Mambo-Style. 
Das ist auch das, was mich damals in die Tanzschule getrieben hat. 
Verstehe. Du, meine Mama sieht das mit Dirty Dancing komischerweise ganz anders. 
Ja, und meine beiden Damen, die mich jeden Tag super glücklich machen, die lieben diesen Film auch. 
Verstehe mich nicht falsch. Der Film ist super, nur sonst die 80er-Jahre-Musik, das ist eher nicht so meine Musik, sage ich mal. 
Verstanden. Welchen Traumberuf hattest du als Kind? Und wenn es einen gab, warum genau diesen? 

[4:05] Das ist eine gute Frage. Ich wollte unbedingt Industriekaufmann werden. Ehrlich gesagt, ich weiß bis heute nicht ganz genau, warum. Wurde ich dann ja auch. Also ich habe bei Siemens in Erlangen dann Industriekaufmann gelernt. Habe dann aber auch nach der Ausbildung relativ schnell festgestellt, dass Siemens und ich keine Freunde sind. Und seit ich weg bin, ist Siemens auch wieder Weltmarktführer. Also es war für beide auf jeden Fall eine gute Entscheidung. 
Verstehe. Auch eine spannende Anekdote. Hattest du ein Idol in deiner Kindheit und wenn ja, Ja, was hast du an diesem bewundert? 

[4:41] Nee ich neige eigentlich nicht zum Idol das heißt ich habe auch in der Kindheit nicht jetzt so jemanden gehabt dem ich so besonders nachgeeifert habe sondern das war immer ein Mix das war eher so. 
So Kindheitshelden sag ich mal ich habe die unendliche Geschichte habe ich sehr geliebt tatsächlich war die kindliche Kaiserin meine erste große liebe kann ich verstehen. 
Natürlich. Ich darf Ihnen in diesem intimen Rahmen verraten, dass ein Riesenplakat von der kindlichen Kaiserin in meinem Zimmer für einen Jungen vielleicht ein bisschen peinlich war, aber ich gebe zu. 
Eine unendliche Geschichte, kann ich total mitfühlen. Von meiner Seite unbedingt bestätigt. 
Ich glaube, wir sind auch halbwegs ein Alter, wir beiden. 
Von daher auch keine Verwunderung. Aber der Film war schon auch sehr emotional bewegend. 
Ich sage, es waren schon ein paar Szenen dabei, die ich nicht unbedingt herbeigesehnt habe, ich am liebsten weitergespult hätte. Aber der Film an sich war schon traumhaft. 
Ja, und auch dieses Buch. Ich kann mich gut erinnern, als ich weiterblätterte und immer, wieder sagte, jetzt hör doch auf. Am Ende dreht er ja so total ab. Und ich kann mich richtig erinnern, wie ich so verkrampft dieses Buch in den Händen hielt und sagte, du musst doch jetzt aufhören damit und jetzt begreif doch endlich und was auch immer. Also das ist tatsächlich eine Emotion, die ich heute noch sehr gut greifen kann. 

[6:05] Cool. Danke für den Einblick. Ich habe dich schon als den Tanzlehrer so ein bisschen im Intro angekündigt. Vielleicht kannst du unseren Zuhörern mal so ein bisschen den Einblick geben, wie kam es denn zu dieser Idee, sich als Tanzlehrer oder Inhaber einer Tanzschule selber selbstständig zu machen? Was war der Impuls beziehungsweise die Anregung dafür? 
Das, wie man so sagt, dass kam so wie die Jungfrau zum Kinde. Ich habe eben diese Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht und parallel dazu schon in Norddeutschland und dann in Erlangen weiter eben in der Tanzschule gearbeitet und habe ein bisschen Turnier getanzt auch, aber habe eigentlich das nie auf dem Schirm gehabt, dass man das auch beruflich machen könnte. Und dann war meine Ausbildung zu Ende und meine damalige Chefin kam auf mich zu, nachdem ich in so einer Show getanzt hatte und die mit moderiert hatte. Und sie meinte, sag mal, du hast so eine große Klappe, ich finde, du musst Tanzlehrer werden. Und dann habe ich gedacht, was, echt jetzt? Und dann bin ich da eine Woche Schweinheim mitgegangen und habe eigentlich für mich keinen richtigen Widerstand festgestellt. Also es gab eigentlich keinen Grund warum nicht. 
Weil ich einen Menschen sehr gern mag, ich tanze gern, ich mag Musik gerne und inzwischen weiß ich, dass ich ein sehr guter Lehrer bin. 
Und dann hat sich das so ergeben und ich habe dort zehn richtig tolle Jahre in der Tanzschule verbracht. 

[7:34] Also ich bin auch nach der Ausbildung dann dortgeblieben. Und dann bin ich 30 geworden und wie man sich dann Fragen stellt, war das schon alles und so weiter, habe ich mich dann noch mal raus beworben und bin dann in München gelandet beim Herrn Geißler. Helfried Geißler ist so eine Tanzinstitution, dem die Tanzschule am Deutschen Theater gehörte, der ganz händeringend jemanden suchte, der seinen Laden übernimmt und dann kam meine Bewerbung und dann haben wir uns sehr schnell geeinigt und haben uns daraufhin sechs Jahre richtig gekloppt. So typischer Vater-Sohn-Konflikt und so, also haben nix ausgelassen. Dann habe ich 2008 die Tanzschule übernommen. Na, Schweiß und Tränen. Dann muss ich aber da die Hand in die Wunde legen. Vor dem 

Die Notsituation in der Pandemie

[8:22] Hintergrund auch unserer Zuhörer, die wollen natürlich wissen, was ist denn eigentlich in der Pandemie dort passiert? Also wie hat sich diese Situation für dich als Unternehmer von heute auf morgen verändert? Ich meine, klar, Leute durften nicht raus, das liegt mal auf der Hand, aber wie hat sich das für dich dargestellt und dann auch bei dir diesen Neuanfang nötig gemacht? 

[8:44] Also das ist ja so ein 9-11-Moment, den wir alle, glaube ich, noch gut memorieren können, wo wir waren bei den Pressekonferenzen, die jeweils die Ministerpräsidenten gehalten haben. 
Und bei uns war die Situation noch ein bisschen aufgeheizt, weil wir tatsächlich Anfang März 2020 noch eine riesen internationale Tanzveranstaltung hatten, und zwar wirklich stetig mit Leuten aus der ganzen Welt, also wirklich Japan, China, Italien, Australien und so weiter. Und wir natürlich sehr in Sorge das verfolgt haben, und alles war gebucht, Übernachtung, Catering, Räume und so weiter. Also das heißt, wir waren von einem großen Risiko gestanden und haben sich dann gesagt, okay, wir machen es und haben Glück gehabt. 
Also es wurde nicht zum Superspreader-Event, aber dann galoppierte ja diese Zeit vor sich hin. 
Und in der Woche drauf habe ich noch mit Kollegen in Bonn eine Gruppe moderiert, wo währenddessen die Kollegen auch raus sind ans Telefon mit Versicherungen, Rechtsanwälten, Firmen. 
Da hat man schon gemerkt, da kam sehr viel Unruhe rein und dann war eben die berühmte Pressekonferenz von Markus Söder, wo er sagte, okay, ab morgen machen wir einen Lockdown.

[10:06] Okay, mein ganzes Team, wir sind ja 15 Leute etwa, standen da und haben uns das angeschaut und dann war es eigentlich, und das ist das, was ich so ein bisschen gelernt habe, dass ich ein guter Feuerwehrmann bin. 
Das heißt also, ich fange da nicht an zu jammern und denke, oh mein Gott, und wie können die nur und so weiter, sondern die Situation ist jetzt, wie sie ist. 
Also habe ich als erstes unseren Techniker angerufen, den Daniel hat gemeint. Daniel Passau, ich brauche ein Studio Setting, damit wir online übernehmen, aufnehmen können, damit ich zum Media Markt habe die letzte noch verfügbare, also buchstäblich tatsächlich. 
Das lag noch eine Webcam im Regal, hab die mitgenommen, irgendwie Kabel, alles Mögliche organisiert. 
Und dann haben wir noch am Abend dieses Tages den ersten Testbetrieb gemacht mit Gästen. Und dann haben wir am nächsten Tag angefangen zu streamen, machen das tatsächlich bis heute. 
Also wir haben das beibehalten. Das heißt, alle Kurse heute sind hybrid bei uns. 
Man kann sich überall von draußen zuschalten. 
Genau. Es ist so stark betroffen worden, weil wir als Tanzschule natürlich als erstes zugemacht wurden und als letztes aufgemacht wurden. 
Insgesamt zehn Monate geschlossen. 

[11:24] Also einmal drei und einmal sieben Monate. Und das hat natürlich schon reingeschlagen. 
Kann ich nachvollziehen. Und die Situation plötzlich von in-persona eine Schulung durchzuführen, dann plötzlich sowas digital zu machen, das ist ja die Technologie des eine. Aber wie zieht das Team mit, ja, mit dieser neuen Form der Wissensvermittlung, das ist ja, oder Fähigkeitenvermittlung sozusagen. Was gab es da für Erkenntnisse, so in der Zusammenarbeit mitdeinem Team und vielleicht auch so die Resonanz von den Teilnehmern? 
Also wenn ich Tanzschulen berate, dann sage ich gerne, jede Tanzschule kriegt die Kunden, die sie verdient. Und das gilt letztlich umgekehrt auch. 

[12:08] Für Mitarbeiter. Und ich habe ein wirklich großartiges Team, ich sage jetzt mal, gehabt, weil auch wir natürlich jetzt, das ist jetzt drei Jahre her, wir haben natürlich auch eine gewisse Fluktuation gehabt. Inzwischen sind es auch neue Leute, aber allen ist gemein, dass sie unheimlich dynamisch sind und… 
Ich glaube, mir auch sehr großes Vertrauen entgegengebracht haben. 
Und ich bin da einfach sofort rein und ich habe da überhaupt keinen Zweifel aufkommen lassen, dass wir jetzt einfach dann online machen. 
Und haben natürlich unsere Erfahrungen gemacht, aber dadurch, dass wir auch so schnell und so früh eingestiegen sind, waren wir da einfach schnell dabei. 
Da war dann eigentlich das Setting nach einer Woche auch optimiert. 
Die Leute haben ehrlich gesagt prima mitgemacht, haben sich auch total gefreut, dass wir sie durch diese Zeit begleitet haben, weil natürlich jetzt, ehrlich gesagt, haben wir diesen ersten Lockdown auch als Team, das hat uns das sehr zusammengebracht, weil wir ja trotzdem uns treffen durften, weil wir haben ja gearbeitet, das heißt, jeder hat eine Bescheinigung dabei gehabt, dass er also hin und weg darf. Und das heißt, wir haben da unser Refugium eigentlich so ein bisschen gehabt und uns auch so ein bisschen aneinander festgehalten, in Anführungszeichen, durchaus auch emotional über die Dauer. Wir haben ja im zweiten Lockdown sieben Monate nur quasi die Kollegen gesehen und online gearbeitet. 

[13:34] Und da waren uns die Gäste, sind uns bis heute sehr dankbar, dass wir da diese Zeit einfach durchgemacht haben, allen Widrigkeiten zu trotzen. 
Verstehe. Und ich verstehe, ihr konntet dann auch in euren Räumlichkeiten bleiben, beziehungsweise auch dort weiter arbeiten. 
Hatte die Pandemie da für dich auch Gedanken parat, wo du gesagt hast, naja, ich habe jetzt auch laufende Kosten, was meine Lokation betrifft. 
Muss ich mich da noch mal verändern? 
Ja, das war dann noch mal spannend, weil ganz am Anfang, und wir haben ja ein Abo-System in der Tanzschule, das heißt, unsere Gäste zahlen einfach eine monatliche Pauschale und können dafür kaufen, wann sie wollen. 
Und es war gar nicht so klar am Anfang, ob das valide Verträge sind oder ob es nicht ein Sonderkündigungsrecht gibt. 

[14:25] Aufgrund dieser einzigartigen Situation. 
Und da haben unsere Anwälte schon auch erst mal eine Weile recherchiert, für mein Empfinden zu lange, weil ich wurde mit der Zeit etwas nervös, weil das wäre natürlich der absolute Killer gewesen, wenn jetzt Leute gesagt hätten, du, hey, pass auf, ich gehe jetzt mal raus, wer weiß, wie lange das dauert. 
Als dann kam, okay, es gibt keinen, also es gibt effektiv kein Sonderkündigungsrecht, Ja, hat sich so ein bisschen entspannt, dann muss ich sagen, haben wir sehr profitiert und bei uns hat das sehr gut funktioniert, die staatliche Unterstützung, also wir haben sehr schnell diese Soforthilfe und wir haben sehr schnell auch Überbrückungshilfen bekommen. 
Wäre dann nicht der Vorfall passiert, zu dem wir dann gleich vielleicht noch kommen, dann wären wir da mit einem blauen Auge durchgekommen. Also das hat soweit eigentlich gut funktioniert. 
Vorfall, lass uns mal da rein blicken ganz kurz, was da nachher noch kam, wo du mit wahrscheinlich gar nicht gerechnet hast. 
Genau, das war tatsächlich am Ende des zweiten Lockdowns, kurz vor meinem 50. Geburtstag. 

[15:36] Da kriege ich eine Post und wir mussten tatsächlich unsere Räume, 1200 Quadratmeter, direkt im Münchner Zentrum, mussten wir verlassen. 
Dass wir daraus müssen, war uns vor Corona schon klar. Wir haben uns auch ein paar Sachen angeguckt. 
Aber dann war es wie bei allen, wir haben natürlich während Corona andere Sorgen gehabt. 
Und ich ging auch davon aus, dass das für meinen Vermieter gilt. 
Der jedoch wurde in der Zeit aufgekauft. 
Und der neue Konzern hat überhaupt nicht lange gefackelt, hat gleich Vollgas gegeben und hat das gesamte Objekt entmietet. 
Und dann mussten wir innerhalb von zwei Monaten neue Räume finden, was uns bis heute jetzt ehrlicherweise nicht gelungen ist. 
Wir sind improvisiert einigermaßen untergekommen, aber sind immer noch auf der Suche nach Räumen, die uns da wieder ein richtiges, schönes Zuhause geben. 

[16:30] Und das hat natürlich letztlich auch nochmal einen Riesen-Impact auf die Mitarbeiter gehabt und auch auf die Kunden, weil wir natürlich jetzt sehr viel kleiner unterwegs sind, nicht mehr die Größe haben. 
Wir sind an zwei verschiedenen Standorten. Das ist nicht mehr so komfortabel. 
Das hat natürlich schon nochmal für Probleme gesorgt. Absolut. 
Um auch so ein bisschen den Bogen Richtung unserem Marketing-Thema zu bekommen. 
Eine neue Location bedeutet natürlich auch für einen Dienstleister, der lokal seine Kundschaft hat, zu dem die Leute, die schon da waren, dann wissen, wo sie hin können, hin müssen. 

[17:06] Um dann in den Genuss der Dienstleistung zu kommen. 
Das bringt natürlich auch von der Außendarstellung dann einiges an Herausforderungen mit sich. 
Kannst du mal so vielleicht zwei, drei Dinge nennen, wo du gleich wusstest, okay, wenn wir jetzt aus dieser Location rausgehen, was bedeutet das für unser Branding beziehungsweise auch für unsere Außendarstellung. 
Es war natürlich insofern auch eine Katastrophe, weil wir ja als Tanzschule am Deutschen Theater gebrandet waren. 
Und das ist natürlich sehr eng verbunden mit der Lage am Deutschen Theater. 
Auch wenn es, glaube ich, in Berlin ein Café an der Oper, glaube ich, gibt, das sechs Kilometer weg ist und sogar einen Prozess gewonnen hat, ich weiß es nicht ganz genau. 
Aber es ist natürlich für uns Quatsch, wenn die Leute uns im Kopf in die Nähe des Deutschen Theaters wähnen, wenn wir dort aber nicht mehr sind, auch wenn das jetzt im Moment für die improvisierten Räume zwar noch gilt, aber es ist abzusehen. Und ich bin auch ganz froh, wenn wir da aus der Innenstadt gerade raus sind. So, das heißt, wir haben uns umgebrandet in DT, Deine Tanzschule München. 

[18:10] Weil zu dem Zeitpunkt ja auch nicht ganz klar war, wo landen wir. Also musste es ein etwas, generischer Begriff sein, der natürlich wiederum, unser Thema ist ja auch so ein bisschen Google Das hat natürlich wiederum geholfen, weil man schon ein Keyword was was häufig genutzt wird und das war natürlich auch. 

[18:28] Nicht ohne Grund so benutzt, so genannt. 
Ja, und die ist vorher schon die Abkürzung gewesen, unter der wir auch bei unseren Kunden also dass die Leute gehen ins DT. 
Und dann war natürlich die große Herausforderung und da haben wir uns ja dann auch kennengelernt und das Thema SEO, das heißt also, Das heißt also, wie finden die Leute online eine Tanzschule, auch wenn sie jetzt zu dem Zeitpunkt möglicherweise nur kurz dort ist oder auch wieder umzieht, etc. 
Das heißt, wir mussten uns so ein bisschen unabhängig machen von der tatsächlichen Lage. 
Deswegen habe ich ja sehr viel Zeit, Geld und Tränen investiert in das Thema Online-Marketing, damit wir eben die Zielgruppe behalten. 

Marketing Maßnahmen für Rebranding & Co.

[19:12] Perfekt. Ich glaube, jetzt haben wir eine super Grundlage. Dann gehen wir doch mal in die Wie-ging-es-dann-weiter-Etappe und sagen, welche Lösungen aus Marketing-Sicht hast du gefunden, um dieses auf der einen Seite Rebranding, auf der anderen Seite aber auch deine Zielkunden zu erreichen mit den Mitteln, die dir halt aber – und das ist, glaube ich, wichtig – in der Pandemie einfach auch zur Verfügung stehen. Und wenn du magst, kannst du das gerne auch über den Bildschirm – ich liefere das dann in den Shownotes entsprechend als Recording nach auch noch mal was zeigen wir haben Im Grunde und eigentlich für heute aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, dass wir es bis dahin ohne geschafft haben. 
Aber wir sind dann zu Beginn der Pandemie in das Thema E-Mail-Marketing eingestiegen und machen das, glaube ich, für eine Tanzschule sehr umfassend. 
Also nutzen das an jeder Stelle. Eigentlich wann immer Leute mit uns in Kontakt treten, versuchen wir einfach die E-Mail-Adresse zu bekommen, um die Leute gut und persönlich ohne Gatekeeper reichen zu können. 

[20:18] Das hat sehr gut vor allem am Anfang funktioniert, weil wir plötzlich direkten Draht zu den Leuten hatten. 
Weil die waren ja nicht mehr da. Bis dahin konnte man ja irgendwas aushängen oder in den Kursen ansagen oder so. Und plötzlich hattest du ja keinen direkten Zugriff mehr. 
Und da haben wir mit viel Mühe dann diesen Verteiler aufgebaut, Teile aufgebaut, exportiert, importiert, rauf und runter. 
Und eben auch über die Pandemie dann eben Leads gesammelt von Leuten, die eben sich für Tanzkurse interessieren. 
Das war, glaube ich, auch ein großer Aspekt, dass Tanzschulen waren ja im Grunde zwei Jahre komplett abgemeldet. 

[21:00] Weil selbst wenn kein Lockdown war, das war eine absolut toxische Zeit. 
Kein Mensch machte in der Zeit einen Tanzkurs. 
Das heißt, wir konnten trotzdem auf diese Weise sammeln, die Leute, die sich eingetragen haben und gesagt haben, ich würde gerne Tanzkurs machen. Und wir haben dann gesagt, okay, wenn es wieder losgeht, melden wir uns. 
Und das hat letztlich so einen Puffer uns gegeben von Leuten, als es dann wieder losging und die Lage sich wirklich entspannt hat, haben wir die eben angeschrieben. Und das hat uns, glaube ich, da so ein bisschen Luft verschafft. 
Ich habe gesehen, dass ja dann 2022 mit der Energiekrise, Ukraine, Krieg etc., da hatten die Leute jetzt auch andere Sorgen, als Tanzkurs zu machen. 
Aber das ist nochmal wieder ein anderes Thema. 
Das war das eine, E-Mail-Marketing und da eben die Heat of the Moment, wenn Leute auf der Homepage sind, Mensch, eigentlich Tanzkurs und so, dann traut man sich vielleicht nicht anzurufen, aber jetzt so eine E-Mail, das kann man hinterlassen. 
Wenn man damit transparent umgeht und wir spammen die Leute da auch nicht voll, dann, glaube ich, funktioniert das sehr gut. 
Das zweite Thema ist, dass wir gleich zu Beginn gemerkt haben, OK. 

[22:13] Da müssen wir jetzt auch Social Media mäßig durchstarten. Das hat bis dahin immer mal jemand gemacht, inklusive mir, wenn einer Bock hatte, gab es einen Post und so. 
Aber das war letztlich sehr amateurhaft. Dann haben wir da eingekauft für 1,5 Jahre eine Redakteurin, die mit uns zusammen das ganze Thema aufgebaut hat. 
Was eine Entscheidung war, um überhaupt diese Struktur und die Logik mal zu hinterblicken. 
Können wir das einblenden gleich? 

[22:44] Klar. Schau mal, unten ist ein Share-Button, da kannst du es auf dem Bildschirm holen. 
Für alle diejenigen, die gerade im Kontext von E-Mail-Marketing den Begriff Gatekeeper nicht gleich zuordnen können, man darf sich das so ein bisschen so vorstellen. 
Gatekeeper ist die Beschreibung dafür, dass jemand als Torhüter, auf gut Deutsch, zwischen einem selber als Unternehmer und seinem Angebot und auf der anderen Seite seiner Zielgruppe, Zielgruppe. Wenn da jemand dazwischen sitzt, ja, wie Google zum Beispiel bei der Google-Suche. 

[23:16] Dann ist man als Unternehmer davon abhängig, wie gut spielt Google die Dinge, die ich auf meiner Webseite bereitstelle, oder wie gut spielt beispielsweise Facebook, wenn ich dort meine Posts initiiere, wie gut spielt derjenige, der diese Plattform betreibt, diese Inhalte auch aus. Und der große Vorteil von E-Mail-Marketing, auch wenn viele sagen, ist lange tot, ja, ein alter Hut. Der große Vorteil davon ist halt, dass da kein Gatekeeper dazwischen sitzt. Wenn ich die E-Mail-Adresse habe von meinem potenziellen Kunden, dann habe ich die Möglichkeit, ihn direkt anzuschreiben und er bekommt diese Nachricht auch. Das ist immer noch ein unschlagbares Argument für diese Form oder diesen Kanal des Online-Marketings. Aber nun, Oliver, zurück zu dir. Ja, also wenn du das jetzt einblenden kannst, dann sieht man hier unseren Instagram-Feed, den wir mit der Zeit immer weiter perfektioniert haben, was man sieht ist dass wir sehr versuchen sehr persönlich zu sein das heißt also mit großem Aufwand alle Kollegen mit ein und versuchen eben da so ein Schlüssellocheffekt zu erzielen, weil wenn Leute auf der Suche nach Tanzschulen sind oder gerne tanzen wollen, da gibt es sehr viele Vorbehalte. Die Leute trauen sich oft nicht, die wissen nicht, was auf sie zukommt, und das mögen Menschen nicht. Und wir versuchen durch den Instagram-Feed da. 

[24:39] Einfach so die Möglichkeit zu schaffen, uns so ein bisschen kennenzulernen und auch mit uns zusammen so eine Atmosphäre zu kreieren. Und da bin ich sehr stolz. Das haben wir wirklich gut hingekriegt und ich bin auch den Kollegen, die das managen, also vor allem meiner Romina, die dafür jetzt inzwischen verantwortlich ist, total dankbar, weil sie das wirklich ganz hervorragend macht. Und damit kann man, und das merkt man ganz deutlich eben, dass man so eine Fanbase schafft, Die mag gar nicht so richtig groß sein, aber die Leute sind trotzdem sehr dankbar und liken und kommentieren und so weiter und damit, das zeugt natürlich für Trust und sorgt für das Bonding und der große Vorteil ist wiederum, dass ich jetzt zum Beispiel auf unserer Homepage, wann immer, kann man das jetzt auch noch sehen? 
Ja, das kann man sehen. 

[25:31] Jetzt alle möglichen Beschädigungsseiten zum Beispiel, da binde ich jeweils auch über ein externes Tool, die den Instagram-Feed ein. Das heißt, dass immer die Leute irgendwo weitergeleitet werden von unserer Homepage oder auf unserer Homepage, dann nutze ich diese Dinge auch. Und letzter Punkt dazu, wir haben eine eigene Recruiting-Seite zum Beispiel. 
Da habe ich auch diesen Instagram- und auch unseren TikTok-Feed eingebaut. Das heißt, die uns so ein bisschen kennenlernen wollen, die sehen hier… 
Die Postings, die im weitesten Sinne mit Team oder mit dem Job zu tun haben. 
Das heißt, ich habe hier Hashtags, kann man das rein und rausfiltern. 
Und das heißt, hier tauchen dann die Postings auf, die uns irgendwie nett zeigen oder solche Dinge. 

[26:23] Genau. Und du hast ein Tool erwähnt. Für diejenigen, die da auch technologisch irgendwie affin sind, die das interessiert, Kannst du da noch einen Namen nennen? Dann könnte ich das in den Show Notes mit einstellen. 
Schicke ich dir gern später den Link des Tool zum Einbinden. 
Die machen nicht nur das, sondern es nennt sich Elfsight. 
Und da kann man unter anderem jedes Widget kann man sogar einmal kostenlos benutzen. 
Das heißt, damit kann man zum Beispiel Google Bewertungen einblenden lassen. 
Ich kann Callers Buttons einbauen, Popups und so weiter. Also es ist wirklich ein sehr mächtiges Tool. 
Und unter anderem, und das nutze ich wirklich sehr, weil ich glaube, dass es einfach toll ist, selbst für Leute, die keinen Instagram haben, wenn sie da durchscrollen und so ein bisschen die Fotos und Videos sich anschauen können. 
Das ist toll. Für E-Mail-Marketing nutzen wir Klicktip. 
Teuer, aber leider richtig gut, muss man sagen. ist einfach in der Usability und dem Support einfach prima. 

[27:19] Was mir jetzt als Betrachter zuerst auffällt ist, wie du sagst, dieser Schlüsselloch-Effekt. 
Leute sehen zu einem sehr hohen Prozentsatz euch als Team. 
Es sind dort vielleicht auch die ein oder anderen Szenen aus einem Kurs dargestellt, aber das ist offensichtlich gar nicht der Fokus, sondern ihr habt ja an eurer Außendarstellung arbeiten wollen und mit diesen Veröffentlichungen, in dem Fall auf Instagram, tatsächlich auch darauf hinweisen, Guck mal hier, es gibt auch ein paar Veränderungen, aber wie gehen auch wir mit der Pandemie um. 

[27:54] Diese positive Stimmung nach außen zu tragen? 
Weil, wie gesagt, dieses bedrückte Gefühl, was grundlegend dann in der Gesellschaft unterwegs war aufgrund des Eingeschlossenseins, kann man natürlich auch sehr schön für sich positiv nutzen und sagen, durch diese Darstellung nach außen, Leute an einen selber zu binden, darauf aufmerksam machen, dass es ein tolles Umfeld ist, in dem wir hier tätig sind. 
Und das hatte ja einen ganz, ganz tollen Nebeneffekt, mit dem, das weiß ich nur aus unserem Vorgespräch jetzt, mit dem ihr so jetzt gar nicht gerechnet hättet. 
Tatsächlich haben wir gemerkt, dass das Thema Recruiting oder dass diese Instagram-Arbeit massiv auf das Thema Recruiting einzahlt, deswegen jetzt auch der Seitenhieb gerade auf unsere Recruiting-Seite, weil natürlich das uns die Möglichkeit gibt, zu präsentieren, mit welchen Leuten arbeitest du eventuell. 
Und ich habe jetzt den großen Vorteil, dass ich wahnsinnig attraktive, aber vor allem sehr nette und coole Kolleginnen und Kollegen habe. 
Das heißt, die wirken einfach auch sympathisch in dem, wie sie dort auftreten. 
Und ich glaube, dass man mit solchen Kollegen, wenn man irgendwie mit der Idee schwanger geht, okay, ich will Tanzlehrer werden oder Veranstaltungskauf, Frau oder Mann, Das wählen wir ja auch aus, dann ist das, glaube ich… 

[29:18] Eins, habe ich eine Möglichkeit, die Kollegen schon mal zu beobachten, eben dieser Stichwort Schlüsselloch-Effekt. 
Ich kann da einen Blick reinwerfen, ohne mich outen zu müssen. 
Und das hat sehr, sehr gut funktioniert. Ist also für uns heute ein ganz erheblicher Baustein. 
Also das heißt, wir machen Social Media auch vor allem wegen dem ganzen Shooting-Thema, um einfach da sympathisch und als tolles Team rüberzukommen. 
Wahnsinn, finde ich eine tolle Sache, zumal man ja auch über die Regelmäßigkeit dieser positiven Eindrücke über ein Arbeitsumfeld tatsächlich auch so einen gedanklichen Prozess bei potenziellen Mitarbeitern in Gang setzt. 
Es ist ja nicht so, dass man einmal diese Seite sieht mit dem Gedanken, ich will mich neu bewerben, ich mache das dort, sondern wenn ich häufiger auf die Seite komme und damit auf so eine Reflexion eintritt, Wie geht es mir eigentlich heute mit meinem Arbeitgeber oder mit meiner Rolle, die ich heute beruflich habe? 
Und wie könnte es mir gehen, wenn ich mich dort bewerbe in diesem Team? 
Das ist natürlich auch, ich will nicht sagen Manipulation, aber das ist halt eine schöne Möglichkeit, auch so einen Entscheidungsprozess bewusst zu steuern. 
Das ist eine Sache, die euch toll gelungen ist. 

[30:34] Ja, zumal man natürlich sowieso aufpassen muss. Also wir haben, ohne jetzt in Social Media Marketing einzusteigen, aber wir haben quasi vier Säulen, die wir betreiben, und eine davon ist Sales. 
Die Leute, es langweilt die Leute zu Tode, wenn jeder Post ist, ja, hier melde ich hier zu Kurs an, da fängt ein neuer Workshop oder so. 
Das interessiert niemanden, sondern das muss natürlich irgendwie unterhaltsam sein, es muss uns zeigen, und ein Learning kann ich vielleicht noch für die Hörerinnen und Hörer mitgeben. 
Wir haben uns nämlich letztlich von der Empfehlung, dass man. 

[31:09] Quasi täglich, um jetzt von diesem Algorithmus wirklich gesehen zu werden, haben wir uns in den ersten Monaten sehr unter Druck gesetzt und haben in einer sehr hohen Frequenz gepostet, was auf Kosten der Qualität ging. 
Und wir haben dann mit dem Wechsel, als wir das in Haus geholt haben, haben wir beschlossen, okay, wir posten das, was wir haben, was glaubhaft ist. 
Das heißt, wir haben die Qualität schlägt Quantität, Obwohl ich weiß nicht mehr genau, es wurde irgendwie mindestens täglich ein Post oder so. 
Und das ist jetzt für viele Einzelunternehmer oder für kleine Teams eigentlich nicht zu leisten. 
Also haben wir irgendwann gesagt, okay, wir machen so in der Woche drei bis vier Posts und auch das schaffen wir nicht immer, aber wird honoriert von einer kontinuierlichen Follower-Zahl, die einfach organisch ist, die wir nicht durch Werbung mitfinanzieren müssen. 
Und ich glaube, das merkt man dem Kanal inzwischen an. 

Herausforderungen und Lösungsansätze

[32:09] Coole gedankliche Richtungen, die wir da abbiegen, Oliver. Ich hätte mir auch schon überlegt, was sind denn die Herausforderungen, die ihr meistern musstet, auf dem Weg dorthin zu kommen? 
Also ob es jetzt die E-Mail-Kampagnen sind oder jetzt über Instagram, was, glaube ich, für unsere Zuhörer ein bisschen greifbarer ist, weil wir da auch die Bilder dazu gesehen haben. 
Das fällt ja nicht vom Himmel. Auch nicht, wenn ich mir einen Berater oder jemandem Erfahrenes an die Seite hole. 
Was waren denn so aus deiner Sicht Herausforderungen, wo du gesagt hast, die Nüsse mussten wir knacken, um dann damit auch erfolgreich zu sein? 

[32:45] Also jetzt für uns ganz konkret war das Thema zu professionalisieren, das heißt, bis zu dem Zeitpunkt, als wir mit Instagram richtig angefangen haben oder TikTok und Facebook, das sind ja unsere drei Kanäle. 
Bis zu diesem Zeitpunkt war halt immer, jemand hat halt dann das Handy rausgeholt, hat ein Foto gemacht, alle anderen haben dann so ein bisschen geguckt und jetzt nicht schon wieder und du mit deinem Handy oder du mit deinem Instagram etc. 
Das heißt, da in die Köpfe der Kollegen einfach auch durch einen guten Input, durch eine richtige Vorstellung, okay, durch eine Zielsetzung, pass auf, darum machen wir das. 
Deshalb ist es wichtig für uns etc. die Kollegen mitzunehmen und nicht einfach top-down zu sagen, okay, du machst jetzt mal Instagram, sondern da eben bewusst auch die Entscheidung, Geld in die Hand zu nehmen und zu sagen, wir lassen das jetzt einfach mal professionell aufstellen. Das hat, wie gesagt, gut funktioniert. 
Und da die Kollegen. 

[33:44] Davon zu überzeugen, pass auf, das ist nicht irgendwie ein Spaß, das ist nicht ein Hobby von. 

[33:50] Damals der Lea, die das noch mitbetreut hat, sondern das ist Business. 
Das heißt, es muss einem klar sein, dass man dafür Ressourcen braucht. 
Wir bringen etwa alle drei bis vier Wochen praktisch alle Mitarbeiter für zwei Stunden zusammen. 
Das kostet natürlich, das muss einem auch klar sein, das sind die Arbeitszeiten. 
Wo wir auch gelernt haben, je besser das vorbereitet ist, hängt natürlich auch vom Team ab. 
Aber wenn schon so ein paar Ideen und Shots quasi vorbereitet sind, dann schaffen wir inzwischen in diesen zwei Stunden schaffen wir zwölf Video-Einheiten, was sehr viel ist. 
Also wir arbeiten in drei Gruppen dann, und die nehmen das auf mit gutem Sound. 
Wobei ja auch da habe ich gelernt, die TikTokisierung führt dazu, dass heute die Leute in den Videos ja nicht mehr reden. 
Ja. Genau. Und das war das eine. Ja, Urheberrecht nervt natürlich, weil gerade wir als Tanzschule eigentlich natürlich gerne aktuelle Musiktrends aufgreifen, was wir schlicht nicht mehr dürfen. 
Okay. Wenn man genau hinschaut, dann hat das im März, April aufgehört, dass wir aktuelle Musik benutzt haben. 
Und seitdem nutzen wir freie Musik, die wir einkaufen, die auch okay ist. 
Aber das ist für Tanzschulen so ein bisschen schade. 

[35:14] Aber das Risiko der Abmahnung ist einfach zu groß, dass da die Verlage über kurz oder lang auch auf die Tanzschulen kommen und merken, das sind kommerzielle Anbieter. Und warum nutzen die eigentlich unsere Musik? 
Und wir haben nichts davon. 
Verstanden. Das sind doch zwei tolle Beispiele. Jetzt weiß ich nicht, wie sehr du auch selber in die Videoproduktion oder in die inhaltliche Gestaltung von den Posts eingebunden bist. 
Aber wie hast du es denn für dich geschafft, das auch zu einer Routine werden zu lassen und halt nicht hinten runter fällt im konkurrierenden Tagesgeschäft, ja, wie es den meisten sehr wahrscheinlich geht, die hier zuhören? 
Das ist ja eine neue Aufgabe, die auch ihren Platz finden möchte im Alltag. 

[35:55] Genau. Für mich ist einfach der Punkt gewesen, ich muss das in meine Routinen einbringen und es brennt. 
Die nötige Priorität. Ich habe mich damit so ein bisschen ausgetrickst, indem ich einfach der Rumina gesagt habe, sag mir einfach, was ich tun soll und ich mache es. Ich habe mich da so ein bisschen in die Maschine untergeordnet. Wir haben sowieso eine sehr flache Hierarchie und ich habe, glaube ich, einen sehr kooperativen Führungsstil und lasse die Leute einfach zu Wort kommen. Und ich glaube, jede Meinung ist wichtig, auch von jemandem, der jetzt im September angefangen hat. 
Die haben gerade jetzt, was dieses Thema angeht, wir haben jetzt die Woche erst 2024 so ein bisschen vorgesprochen, welche Themen wir machen und so weiter. 
Und da ist jede Meinung, gerade jetzt zum Thema Gen Z zum Beispiel, da ist natürlich jetzt meine 17-, 18-Jährigen Azubis, die haben ehrlich gesagt viel mehr Ahnung davon, wie TikTok benutzt wird. 
Das heißt, da habe ich mich so ein bisschen untergeordnet. 

[36:55] Und jetzt muss man mich auch nicht zum Jagen tragen. Als Tanzlehrer habe ich jetzt eine gewisse Geltungssucht und stehe gerne vor der Kamera und rede gerne. Deswegen ist das nicht so problematisch. 
Ich glaube jetzt für die Hörerinnen und Hörer, denen es vielleicht nicht so geht, es geht eben auch nicht darum, unheimlich witzig oder was auch immer zu sein, sondern irgendwie zu versuchen, sympathisch und glaubwürdig rüberzukommen. 
Weil das ist das, was auch jetzt im Hinblick auf die Gen Z entscheidend ist, dass die nicht irgendein Hochglanzprojekt oder ein Imagefilm wollen. 

[37:31] Sondern die wollen wissen, mit wem haben sie es zu tun, inklusive der Stärken und Schwächen. 
Was sind die Themen dort? Und so weiter. Diese Glaubwürdigkeit, Authentizität, die schlägt alles. 
Und da muss man nicht super witzige Videos drehen. Wenn man nicht witzig ist, bitte nicht versuchen, witzig zu sein, sondern politisch und empathisch und zu sagen, was machen wir? 
Und warum? Was ist das Why in unserem Job? Was sind so Erkenntnisse, die auch andere Unternehmer, nicht nur Tanzschulinhaber, davon gegebenenfalls für sich mitnehmen können oder sollten. 
Das zum einen glaube ich, ist Beharrlichkeit entscheidend. Das heißt, nachdem es jetzt einmal irgendwie nicht geklappt hat oder irgendwie Gäste oder Kunden sich darüber beschweren oder so, da kenne ich den Reflex bei den Tanzschulen, dass sie sagen, ja nee, dann lassen wir es lieber oder so. 

[38:25] Änderungen jetzt organisatorischer Art an und geht hin bis zu Preisen zum Beispiel, ist so ein Lieblingsthema von mir, dass ich glaube, dass Kultur eigentlich grundsätzlich zu billig verkauft wird. Weil die Kultur sich immer so ein bisschen unter den Scheffel stellt Und ich glaube, dass ein wichtiger Einfluss auf die Gesellschaft ist, egal ob es über Theater, Kunst, Musical und eben auch Tanzen ist. 
Und wir nehmen uns da sehr deutlich als Teil der Kultur wahr und nicht zum Beispiel als Sport. 
Das ist auch so ein ewiger Streit in den Tanzschulen. 
Es gibt Tanzschulen, die würden sich eher dem Sport zutun. Wir sind auf jeden Fall auf der Kulturseite, weil wir Alltagskultur betreiben mit Tanzen. 
Und je stärker man das Profil schärft, und das ist das, was wir ja in den letzten Jahren getan haben, desto mehr hört man auch, das passt nicht zu mir. 
Also das heißt, wir sind heute so weit, dass ich bei jeder, bevor die Leute sich eintragen in irgendwelche Mailinglisten, gibt es eine Seite, wo sie checken können, sind wir die richtige Tanzschule. 

[39:39] Das heißt, wir sprechen Dealkiller, zum Beispiel, wir haben, wenn dir eine richtig coole Location wichtig ist, ist, dann musst du warten, weil die haben wir gerade nicht. Das schreibe ich drauf, bevor die Leute irgendwie ihre E-Mail-Adresse im Kreis geben. Das kann man sofort lesen. 
Genauso, wenn einer sagt, er will höher, schneller, weiter. Dann schreiben wir vorne. 

[39:58] Drauf. Machen wir nicht. Da ist niemand glücklich mit. Und das würde ich auf jeden Fall sagen, sich als zweiten Punkt dann genau zu überlegen, wem kann ich eigentlich glücklich machen Und der macht mich glücklich. 
Problemkunden ziehen lassen, gar nicht erst anziehen. 
Ganz, ganz tolle Tipps, Oliver. Und gerade das Thema, passe ich als Tanzschule zu dir als Kunde, beziehungsweise passt du mit deinen Erwartungen zu uns als Tanzschule, je nachdem, welche Perspektive man dort einnimmt. Da machst du ja auch so ein bisschen Pionierarbeit. 
Also ich habe dich ein bisschen gestalkt im Vorfeld und habe ein White Paper gefunden, was du geschrieben hast für eine europäische Stiftung der Tanzschulen. Und ich würde sehr gerne, um das, was du gerade auch als Empfehlungen weitergegeben hast, dem noch so ein bisschen Substanz zu geben, dieses White Paper gerne auch verlinken in den Shownotes, denn da hast du auch mal ganz konkrete Tipps aufgeschrieben, die demjenigen, jetzt natürlich muss man ein bisschen abstrahieren, nicht alle Tanzschulinhaber sind, aber diese Tipps, die dort drinstehen, genau für diesen Selektionsprozess für einen Unternehmer total sinnvoll und hilfreich sein können. Bringt. 

[41:13] Mal rein auf Seite 12 und guckt einfach mal, ob da was für euch dabei ist. Super, Oliver, ich glaube, damit haben wir das Thema einmal umrundet für heute. Wenn sich jemand für dein Thema interessiert, wie kann er dich am besten erreichen? Ich bin am besten über LinkedIn oder Facebook zu erreichen oder man kann mich auch direkt unter einer sehr praktischen kurzen E-Mail-Adresse erreichen, nämlich unter of.dt01.de. Wunderbar. Kontaktinfos kommen in die Shownotes. Und dann würde ich sagen, lieber Oliver, im Namen unserer Zuhörer von heute und auch der, die das später nachhören, möchte ich mich ganz herzlich für das inspirierende und erkenntnisreiche, Gespräch mit dir heute bedanken. Für dich und deine Tanzschul-Kollegen ganz viel Erfolg. Weiterhin, wie ich finde, mit einem gesellschaftlich bedeutenden und nicht nur rhythmisch, sondern auch emotional sehr bewegenden Thema bzw. einer Dienstleistung bleibt einfach so, wie ihr seid und macht weiter so. Ja, lieber Jan, auch ich bedanke mich herzlich für die Einladung. Hat mir großen Spaß gemacht, heute mit dir das Gespräch und den Podcast aufzunehmen, und hoffe, dass wir uns bald live wiedersehen.

Resümee

[42:31] Mutig, schnell und bis Sonnen reagieren, um sich in eine möglichst gute Ausgangsposition zu bringen. Dieses Ziel hat Oliver in der Notsituation offensichtlich verfolgt. 

[42:45] Aus meiner Sicht besonders klug war die Entscheidung, gleich eine Expertin für Social Media Marketing einzubinden, um damit ohne Umwege schnell ans Ziel zu kommen. 
Die Kombination aus E-Mail-Marketing für erwärmte Interessenten, die über SEO bereits die Webseite gefunden haben, und Social Media Posts fürs Rebranding bzw. für Image Kampagnen zu nutzen, nutzen, ist in Summe eine effektive und wirtschaftliche Marketingstrategie geworden, die vermutlich, auch andere Tanzschulinhaber interessieren sollte. 

Sie haben Fragen oder Anregungen zur Folge? Dann freue ich mich darüber im Kommentarfeld unten oder als E-Mail an janetwebgefährte.de. 
Bleiben Sie neugierig auf weitere Erfolgsrezepte und mir gewogen bis zur nächsten Folge. 
Bis dahin wünsche ich eine gute Zeit und allzeit gute Rankings. 
Ihr Jan Czichos. 

Show notes

  • Gast: Oliver Fleidl
  • Begriffsklärung:
    • Der „9/11-Moment“ bezieht sich auf die terroristischen Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, die einen schockierende Situation darstellten, als Flugzeuge das World Trade Center in New York City trafen und in Trümmern versinken ließen.
    • Thought Leadership“ bezieht sich auf die Positionierung einer Person oder eines Unternehmens als führende Autorität in einem bestimmten Bereich, mit dem Ziel, Vertrauen und Glaubwürdigkeit bei der Zielgruppe aufzubauen, Sichtbarkeit zu erhöhen und langfristige Beziehungen zu schaffen.
    • Im Online-Marketing spielt der Gatekeeper eine wichtige Rolle, da er beispielsweise in Form von Suchmaschinen-Algorithmen (wie Google), Social-Media-Plattformen oder Influencern auftreten kann, die den Zugang zu Zielgruppen und Sichtbarkeit für Unternehmen regulieren. Die strategische Herausforderung besteht darin, diese Gatekeeper zu verstehen, um deren Algorithmen und Richtlinien zu nutzen und so eine effektive Präsenz und Reichweite in der digitalen Welt zu erlangen.
    • Rebranding ist der Prozess, bei dem ein Unternehmen sein Erscheinungsbild, seine Markenidentität und/oder seine Botschaften überarbeitet, um eine neue Wahrnehmung bei Kunden und in der Öffentlichkeit zu schaffen; damit verbundene Marketing-Aufgaben umfassen die Neugestaltung von Logo, Website, Werbematerialien, die Anpassung der Markenbotschaft, die Kommunikation mit den Stakeholdern und die Schaffung einer kohärenten und überzeugenden Markenpräsenz.
    • Die Generation Z, oft als Gen Z abgekürzt, bezieht sich auf die demografische Gruppe von jungen Menschen, die in der Regel in den späten 1990er Jahren und den frühen 2010er Jahren geboren wurden und für ihre digitalen Kompetenzen und ihr soziales Engagement bekannt sind.
  • Erwähnte Tools:
    • Klicktipp ist eine Newsletter & E-Mail Marketing KI Software für professionelles E-Mail Marketing, mit relevanten DSGVO-Elementen, Made in Germany und für Unternehmer.
    • Mit Elfsight können beispielsweise Posts von Social Media Kanälen auf der Website automatisiert eingebunden werden.
  • Relevante Quellen zur Folge

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